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Kann man den Kopf fit halten? Drei große Studien geben eine ehrliche Antwort
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Kann man den Kopf fit halten?

Drei große Studien geben eine ehrliche Antwort – in einfachen Worten.

Vielfältige Menschen – Illustration NeuroNation

Liebe Frau Sommer,

vielleicht haben Sie sich das auch schon gefragt: Bleibt der Kopf im Alter von alleine fit, oder kann man nachhelfen? Man kann.2 Forschungsteams haben genau das in drei großen Studien untersucht, mit zusammen mehr als 11.000 Menschen, über viele Jahre hinweg. Eine Verjüngungskur haben sie dabei nicht gefunden. Wohl aber kleine Verbesserungen, die sich messen lassen und die durch Dinge entstehen, die in jeden Alltag passen. Jede der drei Studien beantwortet eine andere Frage.

ACTIVE-Studie · USA, 2014
Wirkt Gehirntraining überhaupt – und wie lange?

Ja, und zwar erstaunlich lange. In den USA trainierten mehr als 2.800 Menschen ab 65 gezielt einzelne Fähigkeiten. Eine Gruppe übte zum Beispiel ihr Denktempo, also wie schnell man Dinge erfasst. Das ganze Training umfasste nur rund zehn Sitzungen. Zehn Jahre später lud das Forschungsteam alle noch einmal zum Test ein, und in der Denktempo-Gruppe waren sieben von zehn Personen noch genauso gut wie am Anfang. Ohne Training schaffte das nicht einmal jeder Zweite.3

Besser blieb allerdings vor allem das, was jemand tatsächlich geübt hatte. Der Kopf ist da wie der Körper: Wer läuft, wird davon nicht besser im Schwimmen.

Gemessen wurde all das in standardisierten Tests, nicht im echten Alltag. An einer Stelle ließ sich der Effekt aber auch dort beobachten. Wer das Tempo-Training gemacht hatte, gab in den drei Jahren danach laut einer Begleitauswertung rund 40 Prozent seltener das Autofahren auf und blieb länger mobil5. Im Verkehr kommt es genau auf dieses schnelle Erfassen an.

US-POINTER-Studie · 2025
Hilft es, mehrere Gewohnheiten auf einmal zu ändern?

Gut 2.100 Menschen zwischen 60 und 79 haben genau das versucht, alle mit erhöhtem Risiko für geistigen Abbau. Zwei Jahre lang stellten sie mehrere Gewohnheiten gleichzeitig um: mehr Bewegung, gesünderes Essen, Gehirntraining, dazu regelmäßige Gesundheitschecks. Die eine Hälfte traf sich dafür in betreuten Gruppen, die andere organisierte alles auf eigene Faust. Verbessert haben sich am Ende beide Gruppen in den Denktests, die mit Begleitung ein wenig mehr. Was der Studie fehlte, war eine Gruppe, die einfach so weiterlebte wie bisher. Wie viel das Programm im Vergleich zu gar nichts bewirkt, kann sie deshalb nicht sagen. Belegt ist nur, dass die begleitete Gruppe etwas weiter kam als die, die alles selbst organisierte.

Maintain Your Brain · Australien, 2025
Geht das auch komplett von zu Hause aus?

Auch das geht. In Australien machten über 6.000 Menschen zwischen 55 und 77 drei Jahre lang mit, komplett über das Internet und ohne einen einzigen Termin vor Ort. Ein Teil von ihnen bekam ein persönlich zusammengestelltes Paket aus bis zu vier Bausteinen: Bewegung, Mittelmeer-Küche, Gehirntraining und Übungen für das seelische Wohlbefinden. Die anderen erhielten zum Vergleich nur Informationsmaterial. Nach drei Jahren lag die Paket-Gruppe in den Tests vorn, wenn auch knapp. Die eigentliche Hürde war ohnehin das Dranbleiben. Rund ein Drittel machte gar nicht mit. Gerechnet wurde trotzdem mit allen, und der Vorsprung blieb bestehen, je nach Rechenweg allerdings deutlich kleiner. Sicher ist damit eher die Richtung als die Größe — und offen bleibt, wie viele im Alltag wirklich dabeibleiben.

Was die drei Studien gezeigt haben
Nach zehn Jahren war beim Denktempo noch ein Effekt messbar.
ACTIVE · USA 2014
über 2.800 Menschen
10 Jahre beobachtet
Mit Begleitung kam man etwas weiter als in Eigenregie.
US POINTER · USA 2025
2.111 Menschen
2 Jahre beobachtet
In den Tests wirkte das Programm auch ganz von zu Hause.
Maintain Your Brain
Australien 2025
6.104 Menschen · 3 Jahre
Jede Studie hat etwas anderes gemessen. Die Effekte sind klein. Aber es gibt sie.

Was NeuroNation damit zu tun hat

Keine dieser drei Studien hat NeuroNation als Produkt geprüft.4 Eine echte Verbindung gibt es trotzdem. In der großen australischen Studie stammte die Software für das Gehirntraining von NeuroNation. Geprüft wurde dort das Gesamtprogramm aus vier Bausteinen, und welcher davon wie viel beigetragen hat, lässt sich hinterher nicht auseinanderrechnen. Der Erfolg gehört allen gemeinsam. Was diese Forschung stützt, ist das Prinzip, auf das auch NeuroNation setzt: regelmäßiges, strukturiertes Üben als ein Baustein von mehreren.

Erfahrungsbericht von der Website von NeuroNation MED · kein Studienergebnis

„Mir gefallen besonders die kurzen Sequenzen von Übungen und dass auch die Entscheidungsschnelligkeit trainiert wird. Die Möglichkeit der eigenständigen Wiederholung ohne Druck, die Option der Pausen und die Ansicht des Fortschritts innerhalb einer Sitzung finde ich ebenfalls super.“6

Birgit, 64

Was das für Sie heißt

Geistig fit zu bleiben ist kein Glücksspiel.1 Wer sich regelmäßig bewegt, gut isst und dem Kopf hin und wieder etwas zu tun gibt, kommt in den Denktests besser weg. Am meisten bewirken diese Gewohnheiten gemeinsam. Wunder darf trotzdem niemand erwarten, die Verbesserungen blieben bescheiden. Gemessen haben die Studien, wie leistungsfähig der Kopf ist. Ob man damit auch Krankheiten vorbeugen kann, einer Demenz zum Beispiel, war nicht ihre Frage. Das bleibt offen.

Suchen Sie sich einen einzigen Baustein aus. Ein Spaziergang nach dem Mittagessen zum Beispiel, oder zweimal pro Woche ein paar Minuten Kopftraining. Vielleicht landen auch öfter Gemüse und Olivenöl auf dem Teller. Klein anzufangen ist völlig in Ordnung. Entscheidend ist, ein paar Wochen dranzubleiben.

Sie müssen uns das nicht einfach glauben. Alle drei Studien sind veröffentlicht und über PubMed auffindbar, zwei davon dort frei zugänglich. Nachlesen ist ausdrücklich erwünscht.

Herzliche Grüße

Unterschrift Michael Kizil
Michael Kizil
Wissenschaftsredaktion, NeuroNation
PS: In der australischen Studie profitierten die Jüngeren (55–65) etwas mehr als die Älteren. Ein guter Grund, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Jetzt ist früh genug.
NeuroNation

Quellen: ACTIVE (Rebok et al., 2014; Übersicht: Tennstedt & Unverzagt, 2013) · US POINTER (Baker et al., JAMA 2025) · Maintain Your Brain (Brodaty, Heffernan et al., Nature Medicine 2025) – über PubMed/DOI auffindbar.

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